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Münsterblatt 2011, Nr. 18

Erhältlich im Münsterladen/Alte Münsterbauhütte, Herrenstraße 30, zum Preis von 6,- Euro. 

 

Jährlich gibt der Freiburger Münsterbauverein das „Münsterblatt“ heraus. Das diesjährige  Heft hat wieder interessante und spannende Themen zum Inhalt. Neben den Berichten von Münsterbaumeisterin Yvonne Faller und dem Leiter des Erzbischöflichen Bauamtes Anton Bauhofer über die aktuellen Restaurierungsmaßnahmen am und im Münster gibt es folgende Beiträge:

 

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

Das Freiburger Münster: Mehr als nur Hintergrund des Papstbesuches

Im Rahmen seiner Deutschlandreise besuchte Papst Benedikt XVI. am 23./24. September 2011 auch Freiburg. Höhepunkt seines Aufenthaltes bildeten das Angelus Gebet im Freiburger Münster und der Gottesdienst auf dem Messplatz mit Tausenden von Gläubigen. Ein unvergessliches Erlebnis nicht nur für die Freiburger Bürger, sondern auch für die zahlreichen aus dem Erzbistum angereisten Gläubigen.  

 

Prof. Dr. Wolfgang Stopfel

Die Abendmahlskapelle im Freiburger Münster- eine Geschichte von Veränderungen

Die neugotische Kapelle am nördlichen Seitenschiff hat die Besucher schon immer fasziniert. Grund sind die lebensgroßen Figuren von Christus und den zwölf Aposteln, Werke von Franz Xaver Hauser aus den Jahren 1805/06. 2004 wurde die Kapelle um eine weitere Attraktion bereichert: vier historistische Glasmalereien mit Motiven aus der Leidensgeschichte Christi. Diese von den Freiburger Glasmalern Andreas und Lorenz Helmle 1824/26 angefertigten Scheiben waren im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden, konnten jedoch in einer spektakulären Aktion rekonstruiert werden.

 

Stephanie Zumbrink/Andrea Zurl

Eine ungewöhnliche Darstellung der Himmelfahrt Mariens. Die Wandmalerei an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs – ihre Geschichte und Restaurierung

Lange Zeit blieb das seltene Mariengemälde eines unbekannten Künstlers  – zunächst durch eine Tünche, später durch einen hohen Altaraufbau verdeckt – im Verborgenen. Erst die Umstellung von Altären im Zusammenhang mit der Chorraumneugestaltung 2009 rückte das fragmentarische Bild wieder in den Blickpunkt des Interesses. Behutsam wurde es restauriert und ermöglichte so eine intensive Auseinandersetzung mit der Darstellung.

 

Heike Mittmann

Das Rätsel um den Abguss einer Ritterfigur aus dem Freiburger Münster

Für Schlagzeilen sorgte Ende 2010 das Auffinden einer Ritterfigur in einem Bauhof in Meißenheim (Ortenau). Die vermeintliche mittelalterliche Skulptur entpuppte sich schnell als ein neuzeitlicher Betonabguss. Mit diesem verbindet sich allerdings eine interessante bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückreichende Geschichte.   

 

Anne-Christine Brehm

Der Fall des Hans Niesenberger aus Graz. Die Entlassung des Münsterbaumeisters Hans Niesenberger von Graz 1491 in Freiburg im Breisgau

Zwanzig Jahre leitete der österreichische Baumeister aus Graz die Arbeiten am spätgotischen Chor. 1491 entließ ihn die Stadt wegen Unzulänglichkeiten auf der Baustelle.  Neueste Quellenstudien ergaben als weiteren Grund eine Verleumdungskampagne seines Konkurrenten, des Basler Münsterbaumeisters Hans von Nußdorf.

 

 

 


 

 

Am 18. Juni veranstaltete  der Münsterbauverein einen "Tag der offenen Baustelle".....

 

Hier nun einige Bilder zu dieser Veranstaltung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Führung durch die Münsterbauhütte

(Werkstatt und Bauhüttenmuseum)

 

Treffpunkt: Münsterladen , Herrenstr. 30

 Preis: € 6,-  Karten vor Ort erhältlich / Reservierung nicht erforderlich

 

Nächster Termin: 04.02.2012  14.00Uhr

 

 


 

Aktuelle Presse

 

 

 

Turmbaustelle

 

 

 

 

Konradsblatt baut mit

 

Vor dem Wind geschützt arbeitet derzeit eine kleine Mannschaft von vier Restauratoren oben auf dem Münsterturm. Ansonsten ist die Baustelle sozusagen im Winterschlaf – und wartet darauf, von wärmeren Temperaturen im Frühling und Sommer, wachgeküsst zu werden. Dagegen wird ein paar Etagen tiefer mehr gewerkelt: In der Münsterbauhütte bereitet die Mannschaft die Materialprüfungen für Karlsruhe vor. Diese stehen bis in den März hinein an. „Wenn die Hochsaison bei uns anfängt, haben wir die Ergebnisse“, sagt Projektleiter Thomas Laubscher. Dann könnten sie mit der Umsetzung beginnen. Darauf ist er ganz heiß, da kann der Winter noch so kalt sein. Denn sie wollten endlich zeigen, wie weit sie bei der Turmsanierung vorangekommen sind, so Laubscher. Die Konservatoren seien weit unten angelangt, ein Großteil des Gerüstes könnte also abgebaut werden, wenn nicht die statischen Arbeiten wären, also die Maßnahmen, dass der Turm stabil bleibt. Thomas Laubscher denkt jedenfalls, dass bis zum Ende dieses Jahres ein Teil des Gerüstes an der Turmspitze wieder abgebaut werden kann. Ein Grund mehr, sich auf die Sonne und den Sommer zu freuen.

 

Thomas Arzner  

 

(Konradsblatt, Januar 2012)

 

 

 

 

 

Hier finden Sie die im Juni 2011 erschienene BZ-Artikelserie über unsere  Arbeiten am Münsterturm

 

 

 

 

 

 

Interview mit Münsterbaumeisterin Yvonne Faller im Konradsblatt

 

 

 


 

Die aktuellen Arbeitsdokumentationen

 

 

Die Arbeitsdokumentationen 2002 bis 2010 stehen zum Download als pdf-Dateien zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 2008;  200720062005200420032002

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

Dokumentarfilm zur Turmhelmsanierung

 

Unter diesem Link finden Sie Ausschnitte des Films von Stefan Ganter...

 

 


 

 

In der letzten außerordentlichen Mitgliederversammlung am 24.6.2009 wurde das Präsidium neu besetzt.

 

Das neue Präsidium wählte am 7. Juli einen neuen Vorstand. Nachfolgend die neuen Mitglieder des Präsidiums und des Vorstandes:

 

Vorstand:

Vorsitzender:              Dr. Sven von Ungern-Sternberg

Stellvertreterin:           Martina Feierling-Rombach

Schatzmeister:            Horst Kary

Dompfarrer:                 Claudius Stoffel

 

 

Präsidium:

Ehrenvorsitzender:     Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

 

Gewählte Mitglieder:

Veit Baudler, Anton Bauhofer, Wulf Daseking, Prof. Dr. Helmut Engler,

Constanze Ganter, Ilka von Gleichenstein, Eberhard Grether, Andrea Haufe, Christian Himmelsbach, Prof. Dr. Hans W. Hubert, Elisabeth von Kageneck, Peter Kalchthaler, Johannes Koch, Guido Kremp, Jan Kühle, Bernhard Kühn, Otto Neideck, Hans-Jörg Sandler, Heinz Schäfer, Wolfgang Schillinger, Prof. Dr. Volker-Michael Strocka, Dr. Jörg Vogel

 

Mitglieder kraft Amt:

Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon, Regierungspräsident Julian Würtenberger, Domprobst Prof. Paul Wehrle, Generalvikar Fridolin Keck, Edith Beck, Prof. Dr. Bernhard Laule

 


 

 

Protokoll der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 24.06.09

 

 


 

 

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 3.12.2008

 

 


 

 

 

 

Artikel über das Freiburger Münster

 

Interview mit der Münsterbaumeisterin Yvonne Faller

 

 

-erschienen in der Zeitschrift  "Monumente" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

 

 

 

 

 


 

 

 

Sanierung der Turmpyramide des Westturmes des Freiburger Münsters

 

Historische und Kunsthistorische Bedeutung des Turmes

 

Seit ca. 700 Jahren prägt der Turm des Freiburger Münsters das Bild der Stadt. Vor den Ausläufern des Schwarzwaldes hoch aufragend, ist er Mittelpunkt der ganzen Region. Das Jakob Burckhardt zugeschriebene Zitat vom „schönsten Turm der Christenheit“ haftet zu recht an ihm wie ein Beiname.

 

Das Münster selbst wurde in romanischem Stil begonnen, und zeitgemäß in gotischem weitergebaut und vollendet.

Zeitgleich mit dem Langhaus begann man um 1270 bereits mit dem Turm, der sich jedoch nicht aus der Westfassade heraus nach oben entwickelt, sondern dreiseitig freigestellt vor der Westwand stand.

Meisterlich wird der quadratische Sockel ab der Sterngalerie (37 m) in ein Oktogon umgewandelt, das sich  zur offenen Halle entwickelt, die Wind und Wetter ausgesetzt ist, und keine Funktion, keine Nutzung hat, sondern nur zeichenhaftes Gebilde ist.

Die Idee der aufgelösten, entmaterialisierten Baustruktur wird durch den sich nach oben anschließenden , 46 m hohen Turmhelm im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben.

Bereits 1330 war der Turm fertig gestellt, der einzige gotische Turm, der noch im Mittelalter errichtet wurde.

Hier am Freiburger Turm fand das Bestreben der Gotik nach Auflösung der Wand seinen Höhepunkt. Diese Konstruktion wurde in Ihrer Schönheit von keinem Nachahmer wieder erreicht.

Die filigrane, transparente Skelett- und Maßwerkkonstruktion die sich bis auf eine Höhe von 116 m erhebt, ist den schädlichen Witterungseinflüssen in extremem Maß ausgesetzt.

Die vielfach gegliederte Sandsteinskulptur bietet große Angriffsflächen für Wind und (sauren) Regen.

Diese Verwitterungserscheinungen führten dazu, dass sich während einer regnerischen und windigen Nacht im Juni 2005 aus der untersten Etage der Turmpyramide eine Maßwerkteil löste und auf die hölzerne Plattform stürzte.

Die daraufhin sofort durchgeführte Bekletterung und Begutachtung der Pyramide ergab ein Schadensbild, das ein sofortiges Eingreifen erzwang.

 

Allein die Einrichtung der Turmbaustelle stellt in dieser Höhe (bis 116m) eine große Herausforderung da. Allem voran das Gerüst, das den fragilen Turm statisch nicht belasten darf und aus diesem Grund nahezu freitragend konstruiert ist.

Zunächst wurde die gesamte Oberfläche des Sandsteines durch Strahlen (Glaspudermehl) von Schmutzkrusten befreit, um danach eine detaillierte Bestandsaufnahme anzufertigen.

Selbst bei diesen vorbereitenden Maßnahmen sind wir auf trockenes und windarmes Wetter angewiesen. Ein Witterungsschutz in Form von Überdachungen oder seitlichen Wetterschutzfolien ist aus statischen Gründen nicht möglich.

Die Schadensbilder sind vielfältig: Abplatzungen, Rostsprengungen, Risse. Einige Krabben, die auf der Außenseite der Grate sitzen, aber auch Maßwerksteine, müssen erneuert werden, da sie stark verwittert sind.

 

Die notwendigen Sanierungsarbeiten sind grob in zwei unterschiedliche Methoden zu unterscheiden.

Entweder wird die originale mittelalterliche Bausubstanz erhalten und vorhandene Schäden restauratorisch beseitigt, d.h. die Steine werden gefestigt, Risse verpresst und die Oberfläche teilweise mit Steinersatzmaterial ergänzt. Diese Arbeiten müssen vor Ort ausgeführt werden und sind damit stark witterungsabhängig.

Oder der Stein ist schon so stark verwittert, dass eine Restaurierung nicht mehr möglich ist. In diesem Fall wird der Stein behutsam ausgebaut und detailgetreu in der Münsterbauhütte in Handarbeit neu geschlagen.

Hier besteht die große Herausforderung darin, die ausgebauten Steine nach unten zu transportieren und die neuen in dieser Höhe wieder einzubauen.

In jedem Falle handelt es sich um höchst anspruchsvolle Arbeiten. Unser Respekt und unsere Hochachtung gebührt mittelalterlichen Bauleuten, die ohne moderne technische Hilfsmittel ein solch grandioses Bauwerk geschaffen haben.

 

Da der Münsterturm stadtbildprägend das Wahrzeichen der Stadt darstellt, arbeitet die Münsterbauhütte mit Hochdruck daran, die Einrüstungszeit des Turmes so kurz wie möglich zu halten.

Sowohl die Erzdiözese als auch die Denkmalpflege haben ihre Bereitschaft zur außerplanmäßigen Unterstützung signalisiert. Dennoch sind wir auf weitere zahlreiche Freunde und Förderer dieses Kulturdenkmals angewiesen.

 

Die Dauer der Sanierungsarbeiten ist direkt abhängig von den finanziellen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.

 

Der Münsterbauverein hat Sonderkonten speziell und ausschließlich für die Erhaltung des Münsterturms eingerichtet.

 

Konto Nr.   18181818    Sparkasse Freiburg  BLZ 68050101

Konto Nr.   37373737    Volksbank Freiburg   BLZ 68090000

 

 

Vielen Dank!

 

 

 

 

Aktualisiert 01.02.2012