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Geschichte des Münsterbaus:Der spätgotische Hochchor |
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Spätestens um 1330 wird den Untergeschossen das Oktogon und die 43m hohe, durchbrochene Turmspitze aufgesetzt. Fertiggestellt wird auch das Langhaus. Nun aber passen die kurze romanische Apsis und die gedrungenen Hahnentürme nicht mehr so recht in das gotische Gesamtbild des Münsters. Deshalb beschließt der Stadtrat, diese beiden Türme aufzustocken und im Osten einen großen Chor mit einem Kapellenkranz anzubauen, um ein Gleichgewicht gegen den alles überragenden Westturm und das Langhaus zu schaffen. Die gotischen Aufsätze der Osttürme wurden wohl um 1360 fertig. Der Grundstein zum neuen Chor wird 1354 gelegt. |
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Wie konnte eine Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern eine Pfarrkirche von der Größe einer Kathedrale finanzieren? Anfänglich hatte der Stifter Bertold V. den Münsterbau mit Geldmitteln kräftig gefördert. Auch bestimmte er, dass ein großer Teil aus dem Nachlass erbenloser Verstorbener nicht mehr der Stadtbefestigung, sondern dem Münster zukommen sollte. Dass nach dem Tode des Herzogs 1218 die gotischen Ideen "diese neue Bauweise mit ihren konstruktiv-technischen Fortschritten, ihren lichten und hohen Verhältnissen, so schnell und so durchgreifend in der Bürgerschaft Wurzel fassen konnten, erklärt sich aus der religiösen Begeisterung, aus der wunderbaren Energie und Hingabe der Gläubigen, denen für die zunehmende Größe und Pracht des Baues, zum Preise des Allerhöchsten, kein Opfer und kein Aufwand zu viel ward, auch in dem Bewußtsein, daß sie selbst die Vollendung des Werkes nicht erleben werden", schreibt der Münsterbaumeister Friedrich Kempf im Jahre 1925.
Wie der letzte Zähringer gewähren anfänglich auch dessen Nachfolger, die Freiburger Grafen aus dem Hause Urach, dem Neubau eine angemessene Unterstützung. Als die Grafen jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sehen sie die ihnen zustehenden Einnahmen aus Stadt und Kirche zunehmend als private Pfründe an, denn sie zum Münsterbau zu verwenden. So übernimmt bereits Ende des 13. Jahrhunderts der Stadtrat mit der Bestellung von Münsterpflegern die Bauleitung. Damit wird das Münster endgültig eine Sache der Bürger. Zwar ist die Stadt damals nicht zuletzt durch den Silberbergbau reich, aber endlich mag sie nicht länger die wachsenden finanziellen Forderungen ihrer ungeliebten Grafen erfüllen. So kaufen sich die Freiburger 1368 mit einer hohen Einmalzahlung von ihrer gräflichen Herrschaft los und unterstellen sich freiwillig dem mächtigen Hause Habsburg. |
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Allerdings hatte sich die Stadt mit diesem politischen Kraftakt finanziell übernommen, und so kommt vor allem aus Geldmangel um 1370 der Bau des Chors vollständig zum Erliegen.
Als man endlich hundert Jahre später die Bautätigkeit wieder aufnimmt, wetteifern mit ihren Spenden wohlhabende Freiburger Familien um die Errichtung der schönsten Kapelle im Kranz des neuen Chores, hochgezogen in einem schlanken spätgotischen Stil. Der Bau zieht sich jedoch in die Länge nicht zuletzt wegen Querelen Freiburgs mit ihren von nun an auch namentlich bekannten Münsterbaumeistern. Erst 1513 kann der Konstanzer Bischof Hugo die Weihe des Hochchors vornehmen, der allerdings erst Mitte des 16. Jahrhunderts vollendet wird. |
Aktualisiert 16.01.2007