Spur der Steine

 
Wanderung am Lorettoberg
Sie können dem Stadtrundgang auch auf komoot folgen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
1.  Vom sog. Schweizer Chalet (1887) an der Ecke Mercystraße/Lorettostraße geht es den Bergleweg hoch; an einer Weggabelung wendet man sich nach rechts.

 
2.  Durch die Bäume wird ein früherer Steinbruch sichtbar, am Rand steht ein Gedenkstein, der an den Steinbruch des Freiburger Münsters erinnert.
 

3.  Ein Pfad führt bis an die Wand des ehemaligen Bruchs, der 
stark eingebrochen und verwachsen ist, ein verschütteter Bogen ist zu sehen. Am Lorettoberg hat es vom Mittelalter bis in das frühe 20. Jahrhundert mehrere Steinbrüche gegeben. Der Berg besteht überwiegend aus Buntsandstein, der entlang der Schwarzwald-Randverwerfung gegen Gneise des Schwarzwälder Grundgebirges grenzt. Bei dem direkt an der Störungszone gelegene schollenartige Vorkommen handelt es sich überwiegend um scherbige bis dünnbankige, rot-gelbliche Plattensandsteine aus denen meist nur 5-10 cm dicke Platten und kleine unregelmäßige Quader gewonnen werden konnten. Die Freiburger Münsterfabrik/Münsterbauhütte war spätestens im frühen 14. Jh. im Besitz einer Steingrube am Lorettoberg, die nach dem Marienpatrozinium des Münsters "Unser Vrowen Steingruob" hieß und erstmals 1332 in einer Urkunde genannt wurde. Wahrscheinlich sind schon in den romanischen Teilen des Münsters kleinere Gesteinsplatten und Quader aus diesem Steinbruch und seinem Hangschutt verbaut worden.

4.  Folgen wir dem Pfad, erreicht man wieder den breiteren Weg, geht diesen nach links weiter zur Schlierbergstraße. Der alte Name Schlierberg kommt von „Slier“, was so viel wie Ton oder Lehm bedeutet; bis heute heißt der westliche Teil des Berges Richtung Merzhausen so.

5.  Der Schlierbergweiher ist eine wohl schon im Mittelalter genutzte, nun eingebrochene und mit Wasser aufgefüllte Lösslehmgrube, aus der vielleicht Backstein-Material für das Münster kam.

 
 
 
6.  Der Karl-Walterspiel-Weg führt durch die Weinberge des Staatsweingutes; über den Kapellenweg unterhalb des Hildaturms von 1886 zum „Schloß-Cafe“ und zum Namen gebenden Marienwallfahrtsgebäude, der Lorettokapelle.

 
 
 
7.  An Stelle des 1902 gebauten Cafés und seines Vorgängerbaus stand das Haus, in dem ein von der Münsterfabrik versorgter Bruder lebte, der die Kapelle betreute. Zeugnis der Zugehörigkeit zum Münsterbau gibt ein rechts neben der EIgangstür vermauerter Stein mit dem Spaltkreuz der Münsterfabrik/Münsterbauhütte und der Jahreszahl "1609". Noch im späten 18. Jahrhundert verkaufte die Münsterfabrik Steine aus dem  "Steinbruch auf dem Bergle."
 
 
8.  Die Lorettokapelle besteht eigentlich aus drei Kapellen: der Marienkapelle, als Hauptkapelle mit dem seitlichen Eingang und der westlich vorgebauten Josephskapelle – im Osten die nicht zugängliche Annenkapelle. Grund für den heutigen Bau war eine Stiftung aus dem Jahr 1657, die an die Kämpfe um den Lorettoberg 1644.
 
 
 
 
 
 
 
9.  Folgt man dem Weg rechts herab, erreicht man nach etwa 100 Metern auf der linken Seite wieder den sog. Münster-Steinbruch. Ein 2. Gedenkstein mit der vereinfachten Darstellung des Münsters und kleineren Häusern ziert den Stein, genauso wie die Signatur „M.S.“ mit der Jahreszahl „1959“. Nach nur ca. 50 Metern bergab erreicht man wieder die Weggabelung und weiter hinunter den Ausgangspunkt am „Schweizer Chalet“.

Dauer: ca. 1 ¼ Stunden