Objekt des Monats
Die große Sammlung des Münsterbauvereins hält allerhand Kurioses und Charmantes bereit. Vieles davon fristet jedoch ein einsames Dasein in unseren Gemäuern. Das wollen wir ändern. In unserer neuen Rubrik „Das Objekt des Monats“ bekommen unsere verborgenen Schätze endlich eine Bühne. Jeden Monat wird ein anderes Objekt unter die Lupe genommen, in unserem Bauhüttenmuseum ausgestellt und auf unserer Homepage präsentiert.
August 2026
Mantelschließe der Schutzmantelmadonna
Gipsabguss, 1892
Freiburg, Münsterbauverein
Inv. Nr. Gi1-00042
In diesem Monat geht es um den Gipsabguss einer Mantelschließe (Abb. 1, 2) mit den Maßen 18,3 x 17,6 x 6,6 cm. Dabei handelt es sich um ein Detail der Schutzmantelmadonna (Abb. 3), das Anfang der 1890er Jahre abgeformt wurde. Die Anfertigung dieses außergewöhnlichen Gipsabgusses steht möglicherweise im Zusammenhang mit Restaurierungsarbeiten, die im Jahr 1892 an der steinernen Marienfigur aus der Zeit um 1360/70 durchgeführt wurden.
Die beiden nahezu identisch aufgebauten Hälften der Schließe lassen sich jeweils in zwei Teile untergliedern. Der obere Teil zeigt architektonisch anmutende Gebilde, die in ihrer Form an Elemente einer Burganlage erinnern. Zu sehen ist eine mit Zinnen bekrönte Mauer, die an beiden Seiten Vertiefungen in Form eines Spitzbogens aufweist. Aus der Mauer tritt in der Mitte reliefartig ein eckiger Turm heraus. Dieser wird von drei Lanzetten geziert und trägt eine sich von dem Untergrund lösende pyramidale Bekrönung. Der gesamte obere Teil der Mantelschließe steht auf einem vorkragenden, profilierten Gesims. Darunter befindet sich jeweils eine Kopfkonsole. Auffallend ist, dass die Köpfe die einzigen Elemente der beiden Schließhälften sind, die nicht spiegelsymmetrisch konzipiert wurden und sich in Haltung und Größe etwas unterscheiden.
Der von der Agraffe zusammengehaltene Mantel ist das zentrale Bildthema der Marienskulptur am Hauptturm des Freiburger Münsters. Maria ist stehend dargestellt und mit einer Krone als Himmelskönigin ausgezeichnet. Mit beiden Armen breitet sie den Stoff ihres behütenden Umhangs aus, sodass darunter etwa 20 kleiner dargestellte Menschenfiguren sowohl nebeneinander als auch übereinander Platz finden.






































































