Häufige Fragen (FAQ)
Das Freiburger Münster
Was ist der Unterschied zwischen Münster und Dom bzw. was bedeutet Münster?

Der Begriff „Münster“ kommt ursprünglich vom griechisch-lateinischen Wort monasterium, worunter man seit frühchristlicher Zeit ein Kloster verstand. Später bezeichnete Münster die Klosterkirche, um dann weiter auf Bischofskirchen überzugehen (z. B. Straßburg, Konstanz). Es wurde im Mittelalter, insbesondere im südwestdeutschen Raum, auch zur Bezeichnung bedeutender Stadt- und Stiftskirchen verwendet, die keine Kathedralen waren, in denen aber wie in den Klosterkirchen ein regelmäßiges Gebet einer Gemeinschaft von Geistlichen stattfand – so das Ulmer und eben das Freiburger Münster.
Daran sieht man bereits, dass die Begriffsgeschichte von „Münster“ etwas verwirrend ist und sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat. Die Begriffe „Dom“ und „Münster“ können heute sowohl große und bedeutende Pfarrkirchen als auch Bischofskirchen bezeichnen.
Wie viele Treppenstufen hat der Turm?
Vom Münsterplatz bis zur Türmerstube sind es 209 Stufen. Von hier aus führen weitere 33 Stufen zu den Glocken oder 56 Stufen hoch zur Plattform, also zum Inneren der Turmpyramide, von wo sich der Blick in den durchbrochenen Turmhelm öffnet.
Von der Türmerstube aus sind es noch 126 Stufen bis zur Galerie.
Wann ist das Freiburger Münster mal ganz ohne Gerüst zu sehen?
Um es positiv auszudrücken: Die Tatsache, dass am Münster Gerüste zu sehen sind, ist ein Zeichen dafür, dass ausreichend Geld und Menschen da sind, um sich um dieses wunderbare Bauwerk zu kümmern, damit es für weitere Jahrhunderte erhalten bleibt.
Warum versucht man nicht, das Münster und den Turm auf die Unesco-Weltkulturerbe-Liste zu setzen?
Es gab in der Vergangenheit bereits mehrere Ansätze, das Freiburger Münster auf die Unesco-Weltkulturerbeliste aufzunehmen, die jedoch gescheitert sind; zuletzt in den 1990er Jahren mit der Antwort, dass es schon viel zu viele gotische Kathedralen auf der Liste gebe. Hinzu kommt, dass Deutschland mit rund 40 Weltkulturerbestätten bereits überrepräsentiert ist und somit jedes Jahr nur noch ein deutsches Denkmal den Sprung auf die Liste schaffen kann.

Möglicherweise könnte man es mit dem Freiburger Münsterturm versuchen, dazu bedürfte es intensiver wissenschaftlicher Untersuchungen zu Baugeschichte, Konstruktion, Alleinstellungsmerkmal etc. Um das mehrjährige Verfahren in Gang zu setzen und zu begleiten braucht es darüber hinaus jemanden als Motor – mit guten Kontakten, einem gewissen Einfluss und viel Geduld. Denn ein Sprecher der deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäußer, beschreibt das Verfahren so: "Der Weg zum Weltkulturerbe ist lang und steinig". Im Jahr 2018 jedoch wurde das Erhaltungsprogramm „Das Bauhüttenwesen – Weitergabe, Dokumentation, Bewahrung und Förderung von Handwerkstechniken und -wissen“ in das deutsche Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Und seit 2020 ist das europäische Bauhüttenwesen außerdem Immaterielles Kulturerbe der Unseco und wurde auch hier in das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Antrag wurde von 18 Bauhütten aus fünf Ländern gestellt, darunter auch Freiburg.
Warum hat das Münster so viele verschiedenfarbige Steine?
Da der Buntsandstein ein Naturwerkstoff und ein Sedimentgestein ist, gleicht ein Stein nicht dem anderen. Verschiedene Bindemittel wie Ton, Kalk und Kieselsäure sowie die unterschiedlichen Quarzsande und Mineralien als Bestandteile des Sandsteins sind für die vielfachen Erscheinungsformen und Farbgebungen verantwortlich.
Darüber hinaus spielt die Zeit eine wichtige Rolle – es gibt Stellen am Münster, an denen Steine aus dem 13. Jahrhundert neben Steinen aus dem 21. Jahrhundert liegen. Der „Altersunterschied“ von mehreren Hundert Jahren ist häufig problemlos mit bloßem Auge vom Münsterplatz aus zu erfassen.
Freiburger Münsterbauverein & Münsterbauhütte
Woher kommen die Steine heute?
Wird in der Münsterbauhütte wirklich mit der Hand gearbeitet und nicht mit Maschinen? Warum gibt es keine maschinelle Fertigung?

Neue Technologien werden geprüft, so wurde bei den Arbeiten am neuen Chrostrebepfeileraufsatz 13/14 Süd bspw. eine Versuchsreihe mit vorgefrästen Fialen unternommen, die aber noch nicht vollends überzeugte.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Maschinen sehr wohl in der Münsterbauhütte eingesetzt werden und uns alle Steinbearbeitungswerkzeuge bekannt sind. Eingesetzt wird jedoch, was Sinn macht und was in das Arbeitsumfeld passt.
Werden die neu eingebauten Steine mit Mitteln imprägniert, um sie nachhaltig zu schützen? Warum nicht?
Sandstein ist ein offenporiges Sedimentgestein, durch das Wasser eindringt und auch wieder abtrocknet. Ein geeigneter Sandstein muss weder für den Wassertransport noch in seiner Zusammensetzung verändert werden.
Imprägniermittel bringen keine nachhaltige Verbesserung des Steins und auch keine beständige Wirkung mit sich. Denn das Abhalten oder Neutralisieren von Schadstoffen funktioniert meist nur kurzfristig. Das Imprägnieren führt außerdem oft schon nach wenigen Jahrzehnten zur Anreicherung von Zerfallsprodukten und zwingt zu einer aufwändigen Nachpflege.
Zudem sind Reaktionen im Stein, z. B. aufgrund von Wirkstoffen, die durch Wasser transportiert werden und mit Stoffanteilen im Gestein, unkalkulierbar und irreversibel.





