1565 gibt es im Steuerbuch der Stadt den Hinweis, dass hier die „Steinhütte“ eingerichtet wurde. Kurz nach 1600 wird dann der zweigeschossige Neubau mit der Steinmetzwerkstatt im steinernen Erdgeschoss und dem in Freiburg sehr seltenen Sichtfachwerk im ersten Stockwerk gebaut. Oben wohnen bis 1915 die beiden städtischen Turmwächter und auf dem Platz können die Steinmetzen bei gutem Wetter arbeiten. 1956 wird die Werkstatt aufgegeben und ausschließlich diejenige in der Neuen Münsterbauhütte genutzt.
2. Ein beengter Anfang – Münsterplatz 17
1890 gründen Freiburger Bürger unter Federfüh
rung des Oberbürgermeisters Otto Winterer den Münsterbauverein. Ab 1895 mietet man Räume im 3. Stock des Hauses Münsterplatz 25 (heute Nr. 17) an. Hier, wo heute im Nachkriegsbau die Stadtbücherei ist, stand das alte Waisenhaus aus dem späten 18. Jh. Zwar sind die Büros vis-à-vis zum Münster, doch ist der Platz beengt.
3. Die neue Münsterbauhütte
1910 kann der Münsterbauverein das Grundstück eines Fuhrbetriebes an der damaligen Burgstraße, heute Schoferstraße, erwerben. Die für den eigenen Bedarf umgeba
uten Gebäude bieten rund um einen großen Hof Fläche für die Steinmetzwerkstatt, die Geschäftsstelle, Zeichensäle und Ausstellungsräume für die Stein- und Abguss-Sammlung. Von der Münsterfabrik bzw. dem Münsterfabrikfond kann ein Garten angemietet werden.Der Trakt entlang der Schoferstraße wird durch Repliken der „Sieben freien Künste“ – aus der Vorhalle des Münsters – und der sog. „Kürnbacher
Madonna“ besonders geschmückt. Über dem Portal schwebt im gesprengten Giebel die Gottesmutter mit dem Kind, flankiert von zwei Engeln, darunter ein Schriftband mit „UNSER LIEBEN FRAVEN WERK“: ein Hinweis auf die alte Bezeichnung der Münsterbauhütte.