Objekt des Monats Februar 2021
Kopfkonsole "Narr"
Um 1935
Gipsabguss, geschlämmt
Inv.Nr. Gi8-00043
Gipsabguss, geschlämmt
Inv.Nr. Gi8-00043

Abb. 1 Konsole mit Narrenkopf, Abguss
Der 36 x 28 cm große Abguss einer Konsole zeigt den Kopf eines Narren (Abb. 1). An seiner enganliegenden Kapuze, die wie eine Gugel auch um das Kinn geführt ist, enden die Eselsohren in Schellen. Eine dritte Schelle prangt auf dem Stoff inmitten der Stirn. Überzeichnungen charakterisieren das Gesicht: Aus fleischigen Lippen wird eine überlange Zunge herausgestreckt. Die breite Nase korrespondiert mit den großen, hervorstehenden Augen.
Deutlich wird durch die Physiognomie und die Geste, dass der Narr nicht positiv besetzt sein soll, sondern ähnlich dem „Narr-Wasserspeier“ auf der Südseite des Chores dem Teuflischen nahesteht. Die Art des Steinmetzzeichens in der linken unteren Ecke des Abgusses deutet auf die Zeit des späten 15. oder frühen 16. Jahrhunderts hin.

Abb. 2 Blick auf den nördlichen Hahnenturm, Kapellenkranz und Hochchor. Am rechten Bildrand kann man hinter der Maßwerkbrüstung den Treppenturm erkennen. Fotografie von 1963
Die kleinen mit Bleistift gesetzten Kreuze dienen als Messpunkte für das Kopieren des Abgusses in Stein.

Abb. 3 Die ausgebaute Abdeckung der Maßwerkbrüstung gibt den Blick auf den Narrenkopf frei. Fotografie von 2012


