Juli 2021

 

Objekt des Monats Juli 2021

Bleitopf
1970er Jahre
Eisen
Inv.-Nr. So-00026
 
Der bei aufgestelltem Henkel etwa 34 cm hohe Bleitopf diente seit den 1970er Jahren zum Schmelzen von Blei. Mit den drei Bolzen am oberen Rand wurde das Gefäß in eine Halterung über einem Kohlenfeuer eingehängt. Drei Füße sorgten für einen sicheren Stand. Zwei von ihnen sind ausgebrochen – der Grund für die Übergabe des Topfes, der im regionalen Sprachgebrauch auch als „Hafen“ bezeichnet wird, in die Sammlung des Münsterbauvereins.
 
Der Steinmetz Tamer Demirel beim Schmelzen von Blei in einem neuen Topf auf einer Gasflamme. Baustelle am südlichen Seitenschiff des Freiburger Münsters, Juli 2011.
Blei spielt seit der Erbauungszeit des Münsters eine wichtige Rolle für den Versatz von Steinen und deren dauerhaftem Verbund am Bauwerk, so werden zum Beispiel Fugen von besonders filigranen Architekturteilen mit Blei verschlossen. Eisenklammern wie etwa an den Balustraden sind mit Blei im Stein verankert. Diese Art der Befestigung gilt auch für die Ringankerkonstruktionen in den Helmen des Hauptturms und der beiden Hahnentürme: Die eingebetteten Eisenstangen und -ringe werden in ihren Nuten mit Blei ausgegossen.
  
Bis heute wird das Blei direkt auf der Baustelle geschmolzen und weiterverarbeitet. Spuren des Metalls finden sich im Inneren des Topfes.