Objekt des Monats Oktober 2020

Büste des Münsterschweizers Markus Harter
Anton Münzer
Um 1935
Gipsabguss, geschlämmt
Inv.Nr. Gi-00821
 
 
Ein langer, üppiger Vollbart, markante Gesichtszüge und eine auffällige Kopfbedeckung – ein sechseckiges Barett – kennzeichnen die Büste eines älteren Mannes. An der Kopfbedeckung prangt vorn ein Schild mit einem am Fuß gespaltenen Kreuz. Es ist das Zeichen der Münsterfabrik und der Münsterbauhütte und hilft, den Dargestellten zu identifizieren: Markus Harter, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Münsterschweizer wurde und wie seine Vorgänger das zu seiner Amtskleidung übliche Barett trägt.
Auf der Rückseite hat der Künstler, Anton Münzer, sein Werk signiert. Münzer war von 1913 bis 1953 Werkmeister, hat sich allerdings immer wieder auch über seine eigentliche Aufgabe in der Münsterbauhütte hinaus als Bildhauer betätigt. So gestaltete er unter anderem vier Figuren für die Außenanlage des Klosters St. Trudpert im Münstertal. Neben Münzers Signatur findet sich sein Steinmetzzeichen, das in auffälliger Weise an das Hakenkreuz der Nationalsozialisten erinnert. Nach deren Machtübernahme 1933 entwarf man in der Freiburger Münsterbauhütte Steinmetzzeichen, die dem Hakenkreuz entlehnt waren.
Für wen beziehungsweise in welchem Auftrag die Büste angefertigt wurde, ist bisher allerdings unbekannt.