Objekt des Monats SEPTEMBER 2021

Fragment einer Kreuzblume
1938-1940
Sandstein
Inv.-Nr.: St-00619
 
Dieses Fragment (Abb.1) stammt aus einer Gruppe von Fialen an der Hochchorwand (Abb. 2) und ist eine Kopie einer ehemaligen spätgotischen Kreuzblume. So wie es uns erhalten ist, ist das Bruchstück 37,5cm hoch, 17cm breit und 13cm tief. Der Kranz ist größtenteils abgebrochen, übrig bleibt davon nur ein Ansatz im oberen Bereich des Objekts und die stilisierten Stängel am ursprünglich achteckigen Schaft. Das noch blass erhaltene Steinmetzzeichen war von 1933 bis 1940 in Gebrauch und verweist auf Jakob Dettling als ausführenden Steinmetz.

Abb 2: Das Fragment an seinem ursprünglichen Platz am Hochchor, 2008.
Gut zu erkennen ist der zerbröckelte Zustand des Sandsteins. Es ist ein typisches Schadensbild für den in den 1940er Jahren verwendeten Plattensandstein aus Freudenstadt/Alpirsbach, nachdem er jahrelang der Witterung ausgesetzt war. Nicht jeder Sandstein „altert“ gleich. Um zu verhindern,
Abb. 3: Abnahme des Fragments durch Steinmetz Franz Stiefvater 2008.
dass marode Steine ganz oder in Teilen herunterstürzen, wird das gesamte Münster engmaschig überwacht. Gefährdete Stücke werden wenn möglich gesichert oder vorsorglich abgenommen. Im Falle des Fragments erfolgte die Abnahme während einer Befahrung mit einem Hubsteiger 2008 (Abb. 3). Seitdem wird es im Lapidarium des Münsterbauvereins aufbewahrt.