Beim Objekt des Monats Februar handelt es sich um ein Fragment vom großen Treppenturm auf der Nordseite des Hauptturms (Abb. 1). Das Stück war unterhalb des Kreuzblumentellers eingebaut (Abb. 2). Selbst ist es ein Achteck, 85 cm hoch mit einer unteren Standfläche von 48 auf 48 cm; an den Kanten sind nach oben spitz zulaufende Grate herausgezogen, auf denen weiter unten Krabben sitzen. Das oben eingearbeitete, ca. 32 cm tiefe Loch diente dem Aufsetzen der abschließenden Kreuzblume (Abb. 3).
Ungew
Abb. 2
öhnlich erscheint vielleicht die Herkunft des Sandsteins, stammt er doch nicht vom Freiburger Lorettoberg oder den Emmendinger Vorbergen, sondern aus dem elsässischen Bust. Der Ort liegt im Unterelsass zwischen Phalsbourg und Drulingen; bis heute wird dort Sandstein abgebaut. Ein Sandstein, der ein Grès de Vosges – ein Vogesensandstein – ist und geologisch-stratigraphisch zum Voltzien-Sandstein (benannt nach den häufig eingeschlossenen Pflanzenfossilien) des Obersten Bundsandsteins gehört.
Abb. 3
Ab etwa 1880 bezog die Münsterbauhütte für wenige Jahre Sandstein aus Bust und verwendete dieses Material unter anderem für den Ausbau des Treppenturms. Eine Maßnahme, die laut den Geschäftsberichten des Münsterbauvereins 1893 geschah. In den 1970er-Jahren, als die Münsterbauhütte am Treppenturm arbeitete, wurde das Fragment ausgebaut und in das Depot des Münsterbauvereins verbracht.