Objekt des Monats August 2025

 

August 2025

Kopf Mariens
Wohl Anfang 1970er-Jahre
Gips
Inv.-Nr.: Gi1-00041

Der ca. 42 x 38 cm große Gipsabguss zeigt den Kopf der Gottesmutter (Abb. 1) aus der Marienkrönung im Wimperg über der Vorhalle des Westturms (Abb. 2). Dort sitzen Christus und Maria einander zugewandt auf einer breiten Thronbank, flankiert von großen Engeln und den beiden weiblichen Heiligen Margarethe (links) und Katharina (rechts). Über den beiden Protagonisten schwenken zwei weitere Engel Weihrauchfässer, während andere eine Krone über ihren Häuptern präsentieren. Diese dritte Krone – Maria selbst ist schon mit einer solchen ausgezeichnet – mag für das Versprechen des Jüngsten Tages an die Gläubigen stehen.
Die Marienkrönung im Wimperg ist im Hochrelief gearbeitet, wobei die Köpfe von Christus und Maria sich fast vollständig von Grund heben. Die Drehung ihrer beiden Körper von einer frontalen Sitzhaltung in eine fast Profilstellung der Oberkörper unterstreicht diese demutsvolle Lebendigkeit und zeigt sich auch im Gipsabguss. Maria mit Schleier und Krone hält den Kopf leicht gesenkt, der Mund ist ganz leicht geöffnet.
Zu Beginn der 1970er-Jahre wurde die mittelalterliche Marienkrönung (um 1280) ausgebaut und in der Münsterbauhütte kopiert. Das Original kam als Leihgabe des Münsterfabrikfonds Freiburg 1974 ins Augustinermuseum, die Kopie wurde am Münster verbaut (Abb. 3). Wahrscheinlich formte man in diesem Zusammenhang den Kopf Mariens ab.
Die nicht in der Bibel erwähnte Marienkrönung steht in Zusammenhang mit der Aufnahme Mariens in den Himmel; dessen Festtag ist der 15. August – das Patroziniumsfest des Freiburger Münsters. 
 
Abb. 1 Kopf Mariens, Gipsabguss
 
Abb. 2 Blick auf den Wimperg über der Vorhalle des Westturms
 
Abb. 3 Die Kopie der Marienkrönung verbaut im Wimperg über der Vorhalle