Objekt des Monats Dezember 2025

 

Teil eines Wimpergs mit Fantasiewesen

Wohl Anfang 20. Jahrhundert
Gips
Inv.-Nr.: Gi1-00546
 
Übungsstück zur Gesellenprüfung von Pia Schartel
2025
Maintäler Sandstein
Ohne Inv.-Nr.
 
Wohl zu Anfang des 20. Jahrhunderts sind nicht nur einige der frei vor der Wand stehenden Skulpturen aus der Turmvorhalle abgeformt worden, sondern auch Bauornamente der Blendarkaden (Abb. 1). Zu ihnen gehört der hier gezeigte Teil eines Wimpergs (Abb. 2). In das lang gezogene Dreieck mit zwei gerundeten Seiten hat sich ein Fantasiewesen mit seinen großen, spitzen Ohren, den sehr kurzen Beinen und seinem gewundenen, schlangenförmigem Schwanz man möchte fast sagen „hineingekuschelt“. Oder ist das Wesen nicht eher gefangen in der zu engen Form des Dreiecks?  
 
Der Abguss war Pia Schartels stärkste Inspirationsquelle für ihr geplantes Gesellenstück. Als Vorbereitung zu ihrer Prüfung im Sommer 2025 modellierte sie ihn in Ton nach, vergrößerte das Stück dabei aber um ein Mehrfaches. Und, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nur eine Kleinigkeit ist, dem Untier wurde zur minimalen Freiheit verholfen. Es sprengt nun mit Haupt und Schwanzende den vorgegebenen Rahmen. Der neue Abguss diente allerdings nur als Zwischenschritt, war er doch „bloß“ Vorlage (Abb. 3) für das zu hauende Steinstück – für das hier gezeigte Probestück (Abb. 4) und dann für das unter Prüfungsbedingungen entstandene herausragende Gesellenstück.
 
Abb. 1 Nordseite der Turmvorhalle, um 1890           
 
 
Abb. 2 Teil eines Wimpergs mit Fantasiewesen (Gipsabguss)
 
Abb. 3
Der neue Abguss in der Werkstatt, 2025
(Foto: Freiburger Münsterbauverein, Fotoarchiv)
 
 Abb. 4
Das Probestück in Maintäler Sandstein, Pia Schartel (2025)
(Foto: Freiburger Münsterbauverein, Fotoarchiv)