Objekt des Monats Februar 2025

 
Glasfragment der Abendmahlskapelle
Brüder Andreas und Lorenz Helmle
1824–1826
Glas mit Schwarzlot
Privatbesitz
 
Der heutige Blick in die Abendmahlskapelle im nördlichen Seitenschiff zeigt vier restaurierte Glasfenster eines Passionszyklus. Im Maßwerk darüber und in den Fenstern darunter findet sich heute eine klare Butzenscheibenverglasung. Ursprünglich existierten allerdings auch hier bunte Scheiben mit hauptsächlich floralen Ornamenten.
 
 
Abb. 1: Ein Blick in Abendmahlskapelle vor der Zerstörung 1944. Die blaue Markierung zeigt, wo sich das Glasfragment ehemals befand.
 
Nach dem Neubau der Abendmahlskapelle Anfang des 19. Jhs. als Pendant zur mittelalterlichen Hl. Grab-Kapelle auf der Südseite, erging der Auftrag für die Verglasung beider Kapellen an die Brüder Helmle. Zu dem ausgeführten Gesamtkonzept gehörten der Passionszyklus, die Ornamente sowie zwei Stifterwappen und Inschriften. Das derzeit ausgestellte Stück gehört zu einer Scheibe mit einer der beiden Inschriften. Es zeigt Ranken unter einem Spitzbogen mit Krabben. Auf der Seite im Innenraum der Kapelle ist das Glas mit Schwarzlot, einer metalloxidhaltigen Farbe, bemalt. Die Malerei ist nur dann gut sichtbar, wenn kein Licht durch die Scheibe fällt.
Bei dem Bombenangriff vom 27.11.1944 wurden die vor Ort belassenen Fenster zerstört. Im Nachgang sammelte Denkmalpfleger Rudi Keller Scherben zusammen, aus denen die Passionsscheiben teilweise wieder zusammengesetzt werden konnten. Unter den Fundstücken waren jedoch auch Teile der Ornamente. Einige davon, darunter auch dieses, wurden dem Münsterbauverein anlässlich der Ausstellung „Sonst war es still“ zur Verfügung gestellt.
 
Abb. 2: Das Fragment ohne Durchlicht. So wird die Schwarzlotmalerei sichtbar.
 
Abb. 3: Mit Durchlicht erscheint das Fragment in Blau und Grün.