Objekt des Monats Februar 2026
Curt Liebich (1868-1937) war ein deutscher Grafiker, Maler und Bildhauer.
Nach seinem Kunststudium in Dresden und Berlin wechselte er nach Weimar, wo auch der Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann studiert hatte. Liebich besuchte ihn 1891 in Gutach, wo er Hasemanns Schwägerin kennenlernte, heiratete und bis zu seinem Tod lebte. Zeichnerisch und malerisch widmete er sich der Erkundung von Trachten, Bräuchen und der umliegenden Landschaft. Zusammen mit Hasemann gründete er die Gutacher Malerkolonie. Es war eine offene Gruppierung von Malern aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, die durch ihre Bilder und Studien die Landschaft des Schwarzwaldes samt Bollenhut in die Welt trugen. Seit 2005 gibt es in Gutach das Kunstmuseum Hasemann-Liebich mit einer Dauerausstellung beider Maler.
Von 1901 bis 1917 erwarb der Münsterbauverein im Rahmen der Lotterien insgesamt 213 überwiegend badische Kunstobjekte. Am 20. Juli 1917 wurden die meisten Kunstwerke als Dauerleihgabe an die Stadt Freiburg für die Sammlung übergeben, darunter auch Liebichs Studie Mädchen aus dem Prechthal. In den Krisenzeiten der 20er-Jahre wurden viele Werke verkauft. Im Augustinermuseum befinden sich nach einer Auflistung des Augustinermuseums von 2014 noch 64 Gemälde, 25 Grafiken, einige Zeichnungen und Plastiken. Die Inv.Nr. 9321 am unteren Bildrand links könnte auch nachträglich hinzugefügt worden sein.
Die Bleistiftschrift in dieser kolorierten Zeichnung könnte Mädchen aus dem ‚Ober. Prechthal‘ meinen. Vielleicht stand ihm jemand in verschiedenen Trachten Modell, vielleicht sind es Schwestern, denn im ersten Moment denkt man an eine Frontal- und eine Halbprofilansicht derselben Person. Stolz und direkt blicken die Mädchen ins Bild und tragen ihren Hut, als müssten sie ihn balancieren. Der Schirm regte Curt Liebich mithilfe eines Zirkelkreises zu einer harmonischen Komposition dazu an, die untere Hälfte im Gleichgewicht mit der oberen zu gestalten.



