Objekt des Monats Juni 2026

 

Korbkonsole

1933-34
Sandstein
Ohne Inv.-Nr.
 
Diese Konsole stammt von der Stirnseite eines Strebepfeilers am Chor und ist ein Beispiel für die dortige filigrane Formenvielfalt. Sie ist eine Kopie der 1930er Jahre, das Original und ein Gipsabguss davon befinden sich im Sammlungsbestand des Münsterbauvereins. Aufgrund fortgeschrittener Schadensbilder wurde im Zuge von Restaurierungen 2025 entschieden, die gesamte Konsole auszutauschen.
Die deutlich sichtbaren Risse entlang der Sedimentschichten des verwendeten Plattensandsteins sind einerseits durch die in den Sedimentschichten angereicherten Tonminerale bedingt, andererseits eine Folge der Oberflächenbehandlung mit Leinöl. Diese Maßnahme war über Jahrhunderte üblich und hatte zum Ziel Steine witterungsbeständiger zu machen. Der Erfolg hängt von Verarbeitung, Sandsteinvarietät und wechselnder Rezepturen ab.
 
Im Zuge des Austausches der Korbkonsole in den 1930ern wurden die neuen Steine und teilweise auch bauzeitliche Sandsteine abermals mit Leinöl behandelt. Im Gegensatz zu den bauzeitlichen Zierteilen reagierte das neue Freudenstädter Material nicht wie erwartet. Eindringende Feuchte konnte durch die Leinölbehandlung nur erschwert austreten und gab eingelagerten Tonmineralen genügend Zeit durch Aufquellen den Stein zu spalten. Das Ergebnis ist an der Korbkonsole gut ablesbar.
 
Chorstrebepfeiler nach der Restaurierung der 1930er Jahren.
 
 
 
Auf dem vergrößerten Ausschnitt sind Ölspritzer als dunkle Flecken erkennbar. Auch die behandelten Teile setzen sich dunkel ab.