Objekt des Monats März 2025

 
Fragment einer Kreuzblume
1910–14
Allmendsberger Sandstein
St-00889
 
Das Freiburger Münster hat viele Gesichter: Menschen, Tiere, Monster oder Engel – wütend, leidend, schreiend bis selig lächelnd, alles ist dabei. Bei genauem Hinsehen findet man unerwartete Stellen, die an Gesichter erinnern, obwohl sie als solche nicht gedacht sind.
 
So etwa dieses Fragment einer Kreuzblume. Betrachtet man es über die Ecke, sind zwischen zwei Augen eine große Knubbelnase und zwei nach rechts und links abstehende Ohren zu sehen.
 
Das Fragment stammt von dem am aufwändigsten verzierten Strebepfeiler auf der Südseite des Chors. Die vielen filigranen Teile sind anfällig für Verwitterung, daher fand 1910–1914 eine großangelegte Restaurierung statt, auf die auch dieses Fragment zurückgeht.
 
In ihrem ursprünglichen Kontext und in einem vollständigen Kranz fällt die Ähnlichkeit zu einer Maske gar nicht so sehr auf. Hat man sie jedoch einmal erkannt, findet man die kleinen „Gesichter“ überall an den Kreuzblumen und Krabben wieder.
 
In diesem Sinne frohe Fasnachtstage.
Narri Narro!
 
 
Eine Aufnahme des Pfeilerschmucks aus den 1990er Jahren. Aus einer solchen Kreuzblume stammt das Fragment.