Objekt des Monats Oktober 2024
Spitz- und Schlageisen
Um 1300
Eisen
So-00012, So-00013
Der Freiburger Münsterbauverein bewahrt in seinem Sammlungsbestand auch Werkzeuge, die zu einem unbekannten Zeitpunkt aus der aktiven Benutzung im Baubetrieb ausgeschieden wurden. Aber nur zwei von ihnen – die hier gezeigten Schlag- und ein Spitzeisen (Inv.-Nr. So-00012 und So-00013) – können der Bauzeit des Münsters zugeordnet werden, die übrigen Werkzeuge stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Der hohe Verlust an Arbeitsgeräten ist typisch, da sie entsorgt wurden, wenn sie unbrauchbar waren oder Werkstattangehörige oft ihr eigenes Gerät besaßen und dies nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mitnahmen. Trotz Veränderungen ist der Unterschied zwischen den mittelalterlichen und den heutigen Werkzeugen und ihrem Einsatz nicht so gravierend, dass es zu einschneidendem Kenntnisverlusten gekommen ist. Damals wie heute ist der Einsatz bestimmter Werkzeuge allerdings variabel.
Spitz- und Schlageisen – 29,3 bzw. 25,5 cm hoch – stammen wohl aus der Zeit um 1300. Ob die kleinen eingeschlagenen Kreuze zur Eigentumskennzeichnung der Freiburger Münsterbauhütte dienten, ist nicht eindeutig. Im 20. Jahrhundert fand man die Eisen bei Arbeiten als Dübel-Ersatz im Hauptturm. Dank dieser Zweitverwendung gelten sie heute als zwei der ganz wenigen original mittelalterlichen Steinmetzwerkzeuge in Europa.



